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Angehörige von aktiven Grenzgängern

Angehörige von Grenzgängern und Grenzgängerinnen erhalten in dem Land, in dem sie wohnen, Leistungen aus der Krankenversicherung. In einem Teil der EU-Staaten können sie auch Leistungen aus der Krankenkasse jenes Landes beanspruchen, in dem der Grenzgänger arbeitet. Zu diesen EU-Staaten zählt auch Österreich.


  • Wenn im Ausland wohnende Angehörige von in Oberösterreich arbeitenden Grenzgängern Leistungen der OÖGKK nutzen wollen, müssen sie nach den Rechtsvorschriften ihres Wohnortlandes als Angehörige gelten. 
  • Umgekehrt gilt: Ob in Oberösterreich wohnende Angehörige von im Ausland beschäftigten Grenzgängern bei der jeweiligen ausländischen Krankenkasse Leistungen erhalten, ist vom jeweils zuständigen EU-Staat abhängig.

Bei der Frage, wer als Angehöriger gilt, kann es Abweichungen zwischen den EU-Staaten geben. Ehegatten und minderjährige Kinder gelten in der Regel überall als Angehörige. Unterschiedliche Rechtslagen sind z. B. bei Lebensgefährten, Eltern oder studierenden Kindern möglich. Mehr zu den in Österreich geltenden Bestimmungen finden Sie unter „Mitversicherte Angehörige. Arbeiten Vater und Mutter in unterschiedlichen Ländern, sind die anspruchsberechtigten Kinder in dem Land mitversichert, in dem die Familie ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat. 


Leistungsanspruch im Wohnortland 

Der Leistungsanspruch für Angehörige hängt immer von einem aufrechten Versicherungsschutz des Versicherten ab, also in diesem Fall von der Krankenversicherung des Grenzgängers. 

  • Fall 1 – der Grenzgänger arbeitet in Oberösterreich, die ganze Familie wohnt im EU-Ausland: Der Grenzgänger stellt bei der OÖGKK einen Antrag auf Auslandsbetreuung
  • Fall 2 – der Grenzgänger arbeitet im EU-Ausland, die ganze Familie wohnt in Österreich: Der Grenzgänger stellt bei der ausländischen Krankenkasse einen Antrag auf Auslandsbetreuung.

 Die zuständige Krankenkasse des Beschäftigungslandes bearbeitet den Antrag auf Auslandsbetreuung, stellt anschließend die Anspruchsbescheinigung E 106 aus und schickt diese an die zuständige Krankenkasse des Wohnortlandes. Daraufhin prüft die Krankenkasse des Wohnortlandes, ob die Familienmitglieder nach den Rechtsvorschriften im Wohnortland als Angehörige gelten, und schickt eine Bestätigung darüber an die Krankenkasse des Beschäftigungslandes. Ist dieser Ablauf abgeschlossen, haben die Angehörigen Anspruch auf Krankenbehandlung im Wohnortland - aber auf Kosten der Krankenkasse im Beschäftigungsland. Derzeit erlauben 23 von 28 EU-Staaten den im Ausland wohnenden Angehörigen, auch Leistungen im Beschäftigungsland in Anspruch zu nehmen. Dazu gehören alle Nachbarstaaten Österreichs. Die betroffenen Angehörigen haben dadurch Wahlfreiheit, wo sie sich behandeln lassen wollen. 


Zuletzt aktualisiert am 03. Februar 2017