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Rückerstattung von Beiträgen bei mehrfacher Beschäftigung

Wenn Sie bei mehreren Dienstgebern arbeiten, bezahlen Sie als Dienstnehmer zunächst für jedes einzelne Dienstverhältnis die Sozialversicherungsbeiträge, die von den Dienstgebern bereits einbehalten werden. Übersteigt die Summe Ihrer Brutto-Einkommen allerdings die Höchstbeitragsgrundlage, können Sie Beiträge zur Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung per Antrag zurückfordern. 

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Eine Rückerstattung von Beiträgen ist für den Überschreitungsbetrag möglich – also, jenen Betrag, der über die Höchstbeitragsgrundlage hinausgeht. Bei der Berechnung, ob die Höchstbeitragsgrundlage überschritten wurde, ist immer das Brutto-Einkommen (Entgelt) aus allen Dienstverhältnissen für das gesamte Kalenderjahr zu betrachten und zwar inklusive Sonderzahlungen, z. B. 13. und 14. Monatsgehalt. Es werden nach Ende des Kalenderjahres alle Ihre Brutto-Einkommen zusammengezählt und  der Summe aller gesetzlichen Höchstbeitragsgrundlagen gegenübergestellt, ebenfalls inklusive Sonderzahlungen. Das sind EUR 5.810,00 (Wert 2017) pro Kalendermonat. Gezählt werden nur jene Kalendermonate, in denen mindestens ein Tag Pflichtversicherung bestand. Wer das ganze Jahr hindurch als Dienstnehmer bei der Sozialversicherung angemeldet war, zahlt für das Jahr 2016 maximal bis zu einem Jahres-Brutto-Einkommen von EUR 69.720,00 (= 12 x EUR 5.810,00 Wert 2017) Beiträge zur Sozialversicherung. Eine Person die z. B. nur  neun Monate angemeldet war, zahlt bis maximal EUR 52.290,00 (= 9 x EUR 5.810,00 Wert 2017) Sozialversicherungsbeiträge. Übersteigt das Brutto-Einkommen diese Grenze, können Sie für diesen Überschreitungsbetrag die Sozialversicherungsbeiträge zurückfordern.

 

 Welche Beiträge kann ich genau zurückfordern?

Sie können Beiträge in der Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung zurückfordern und zwar in jeweils folgender Höhe: 

  • In der Krankenversicherung: 4 % des Überschreitungsbetrages
  • In der Pensionsversicherung: 11,4 % des Überschreitungsbetrages
  • In der Arbeitslosenversicherung: max. 3 % des Überschreitungsbetrages

 Diese Prozentsätze entsprechen im Wesentlichen jenem Anteil an der Sozialversicherung, den Sie als Dienstnehmer eingezahlt haben. Die Beiträge des Dienstgebers werden nicht berücksichtigt. Wenn Sie gleichzeitig erwerbstätig sind und eine Geldleistung von der Pensionsversicherungsanstalt beziehen, können Sie nur Beiträge in der Krankenversicherung zurückfordern.

Achtung: Die rückerstatteten Beiträge sind steuerpflichtig. Die OÖGKK ist daher verpflichtet, dem Finanzamt einen entsprechenden Lohnzettel zu schicken. Für nähere Auskünfte zur Lohnsteuer wenden Sie sich bitte an Ihr Wohnsitzfinanzamt.

 

Antrag auf Rückerstattung stellen

Wenn Ihre Dienstverhältnisse nur in Oberösterreich bestanden, nimmt die OÖGKK Ihren Antrag entgegen. Waren Sie in mehreren Bundesländern beschäftigt, wenden Sie sich an eine der betroffenen Gebietskrankenkassen. Den Antrag müssen Sie spätestens bis zum Ablauf des dritten Kalenderjahres nach Ende des betroffenen Beitragsjahres stellen und zwar nur einmal. Der Antrag gilt, so lange die Mehrfachversicherung besteht, wobei im Formular das Feld für die folgenden Beitragsjahre anzukreuzen ist. Lesen Sie vorab im Infoblatt die Details zum Antrag. Wenn Sie keinen Antrag stellen, verfallen die betroffenen Beiträge in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Die nicht zurückgeforderten Pensionsversicherungsbeiträge verfallen nicht: Sie erhalten diese wertangepasst auf einmal ausbezahlt, sobald Sie eine Geldleistung aus der Pensionsversicherung beziehen. Das ist in der Regel beim Pensionsantritt.


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Zuletzt aktualisiert am 16. Januar 2017