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Freier Dienstnehmer


Freie Dienstnehmer und Dienstnehmerinnen sind in der Kranken-, Unfall-, Pensionsversicherung nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) pflichtversichert. Es besteht auch eine Arbeitslosenversicherung. Ein paar Unterschiede zu „normalen“ Dienstnehmern gibt es jedoch:


  • Das Arbeitsrecht und seine Schutzbestimmungen gelten nicht. Freie Dienstnehmer haben z. B. keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub oder auf ein 13. und 14. Monatsgehalt. Es gibt für sie auch keinen Mindestlohn oder Kollektivvertrag. Sie haben aber Anspruch auf Krankengeld[1] und im Fall einer Geburt auf Wochengeld[2], sofern ihr Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze liegt.   

 

  • Freie Dienstnehmer versteuern ihr Einkommen selbst, das heißt, sie müssen eine Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt abgeben. Die Sozialversicherungsbeiträge führt hingegen der Dienstgeber ab.

 

  • Freie Dienstnehmer sind nicht in die Organisation des Betriebs eingegliedert. Es besteht nur eine geringe oder keine persönliche Abhängigkeit zum Dienstgeber, z. B. hinsichtlich Arbeitszeit, Arbeitsort oder Arbeitsablauf. Freie Dienstnehmer erbringen ihre Leistung überwiegend persönlich ohne wesentliche eigene Betriebsmittel (z. B. Maschinen, Geräte), sie können sich vertreten lassen und Aufträge ohne Sanktionen abweisen.

 

Für freie Dienstnehmer gelten bei der Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge die Geringfügigkeitsgrenze und die Höchstbeitragsgrundlage nach dem ASVG

 

In der Praxis ist eine Abgrenzung zwischen Dienstnehmern und freien Dienstnehmern bzw. zwischen „neuen Selbstständigen“ und freien Dienstnehmern oft gar nicht so einfach. Es ist möglich, seinen unterzeichneten Vertrag (keine Entwürfe) bei der OÖGKK prüfen zu lassen.

 

Bei gewissen Personengruppen ist eine Pflichtversicherung als freier Dienstnehmer nicht vorgesehen. Das gilt etwa für Gewerbetreibende, Freiberufler, Kunstschaffende, Landwirte oder Beamte, die bestimmte Nebentätigkeiten ausführen. Erkundigen Sie sich zur Beurteilung Ihres konkreten Falles bei der OÖGKK oder einer anderen zuständigen Sozialversicherung. Privatpersonen bzw. Haushalte können keine freien Dienstnehmer beschäftigen. 

Zuletzt aktualisiert am 16. Januar 2017