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Ausgedämpft: Stationäre Raucherentwöhnung wirkt

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Atemnot, Bluthochdruck, Schlaganfall: Obwohl sie bereits krank sind, fällt vielen Rauchern das Aufhören schwer. Versuche, sich von der Sucht zu befreien, bleiben oft erfolglos, weil professionelle Hilfe fehlt. Daher bietet die OÖ Gebietskranken­kasse für starke Raucher eine stationäre Entwöhnung an. Die Wirksamkeit dieser Kur wird durch eine Studie untermauert.

 

Für die meisten Menschen ist das Rauchen eine große gesundheitliche und finanzielle Belastung. Trotzdem greifen viele weiterhin zum Glimmstängel. „Das Kurangebot der OÖGKK wendet sich an Personen, die stark tabakabhängig sind und bereits an diagnostizierten Erkrankungen leiden, die durch das Rauchen entstanden sind oder verschlechtert werden“, sagt OÖGKK-Obmann Albert Maringer.

 

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Studie: Wirksame Therapie 

Univ.-Prof. Dr. Rudolf Schoberberger vom Institut für Sozialmedizin in Wien, stellt der stationären Raucherentwöhnung ein sehr gutes Zeugnis aus. In „Schoberberger R.(April 2015): ‚Stationäre Raucherentwöhnung‘ (ÖAZ 7)“ heißt es: „Wie eine Evaluation einer Stichprobe von 270 Personen, die zwischen 2003 und 2011 an einer stationären Rauchertherapie teilgenommen hatten, zeigt, können so gut wie alle Teilnehmer ihren Tabakkonsum in den letzten zwei Wochen des stationären Aufenthaltes, wie vorgesehen, einstellen.“ Ein Jahr nach dem Ende der Therapie waren von 207 Personen 42,6 Prozent Nichtraucher, 23,3 Prozent Raucher, weitere 10,7 Prozent haben ihren Rauchkonsum reduziert.

 

In seinen Schlussfolgerungen erklärt Dr. Schoberberger: „Selbst für stark nikotinab­hängige Raucher bietet die dreiwöchige stationäre Rauchertherapie eine gute Möglich­keit, Tabak-Abstinenz zu erreichen. Dies führt nicht nur zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität, sondern vermindert auch die Gefahr rauchbedingter, gesundheitlicher Beeinträchtigung enorm. Weitgehend unbegründet ist die Angst, dass das Rauchver­langen auch in der rauchfreien Zeit aufrecht bleibt. Dies ist bei den meisten Entwöhnten nach einem halben Jahr kaum und nach einem Jahr gar kein Thema mehr.“

 

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Der Weg zur Kur 

Die stationäre Raucherentwöhnung wird im Gesundheitszentrum Linzerheim in
Bad Schallerbach angeboten. „Das Hauptelement der stationären Raucherentwöhnung bildet die tägliche psychotherapeutische Gruppenarbeit. Auf dem Programm stehen außerdem noch Herz-Kreislauf-Training und Atemtherapie, Entspannungsübungen und  Ernährungsberatung. Ergänzend zum Programm wird auch eine Nikotinersatztherapie angeboten“, erklärt OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer.

   

Um eine Kur in Anspruch nehmen zu können, muss der Arzt einen Kurantrag mit dem Vermerk „Stationäre Raucherentwöhnung“ ausstellen und diesen an die OÖGKK weiter­leiten. Dort werden alle erforderlichen Unterlagen geprüft und ein Untersuchungstermin wird vereinbart. Der Kuraufenthalt im Gesundheitszentrum Linzerheim dauert 20 Tage und wird von 11. bis 30. April 2016, von 26. September bis 15. Oktober 2016 und von
28. November bis 17. Dezember 2016 angeboten. Für die Inanspruchnahme ist eine Zuzahlung je nach Höhe des Einkommens zu leisten. Für Personen, die von der Rezept­gebühr befreit sind, ein geringes Einkommen haben oder eine Ausgleichszulage beziehen, entfällt diese Zuzahlung zur Gänze.

Zuletzt aktualisiert am 25. Oktober 2018